Wüstenbekämpfung in der Inneren Mongolei

09-08-2018 16:20:33

Die Kubuqi-Wüste auf dem Ordos-Plateau im Norden des chinesischen Autonomen Gebietes der Inneren Mongolei ist mutmaßlich bisher die einzige Wüste der Welt, die umfassend bekämpft wurde. Die Wüste, die sich über eine Fläche von 18.600 Quadratkilometern erstreckt, ist nun schon zu einem Teil mit grünen Pflanzen bedeckt. Dazu haben die Beharrlichkeit der Einheimischen, wissenschaftliche Planung und technische Innovationen viel beigetragen.

Das Prinzip bei der Wüstenbekämpfung lautet: „Belagern im Süden und Norden sowie Unterteilen in der Mitte“. Die Wüste ist an der Grenze völlig von künstlich angelegten Wäldern umgeben. Mitten in der Wüste wurden die Sandhügel durch quadratförmige Sandschutzbarrieren fixiert. All dies schafft gute Möglichkeiten für Luftsaat, also die Aussaat mittels von Flugzeugen abgeschmissenen sogenannten Saatbomben.

Dabei wurde eine neue Technik zur Sandfixierung weitflächig eingesetzt, an der China das geistige Eigentum besitzt. Die Barrieren bestehen aus Sandsäcken aus biobasierter abbaubarer Polymilchsäure, die aus den Wurzelknollen der Maniok-Pflanze hergestellt wurden. Der Patentinhaber Yu Yi teilt mit:

„Die traditionellen Barrieren aus Strohhalmen oder Weiden sind meistens für zwei bis fünf Jahre einsetzbar. Die Nutzungsdauer unseres Produkts beträgt etwa zehn Jahre.“

Nach zehn Jahren werden sich die Barrieren biologisch zersetzen, ohne die Umgebung zu verschmutzen. Im Vergleich zu den traditionellen Methoden brauchen die neuartigen Sandsäcke weniger Materialien und können um das Drei- bis Fünffache schneller verlegt werden.

Durch Ausspülen mit einem Hochdruck-Wasserstrahl entsteht im Sandboden eine Höhle mit einem Durchmesser von einigen Zentimetern und einer Tiefe von einem Meter, in der ein Baumsämling eingepflanzt wird. Diese neu erfundene Methode zur Begrünung der Kubuqi-Wüste wird von den Einheimischen als minimal-invasive Chirurgie für die Wüste bezeichnet. Dadurch kann die Bodenzerstörung minimiert und die Bodenfeuchte sowie die ursprüngliche Bodenstruktur aufrechterhalten werden. Durch den Hochdruck-Wasserstrahl entsteht eine undurchlässige Schicht zum Schutz der Wasserkonservierung. Für das Anpflanzen eines Baums werden so nur drei Liter Wasser benötigt.

Zhang Lixin, der Vize-Direktor des Wüsten-Erforschungsinstituts der Elion Group, die diese Methode erfunden hat, teilt mit:

„Früher hatten wir bei der Begrünung vier Prozesse, nämlich Graben, Pflanzen von Sämlingen, Bewässern und Füllen mit Erde. Das Anpflanzen eines Baums dauerte Dutzende von Minuten. Nun haben wir durch die neue Methode die Prozesse vereint. Durch die Zusammenarbeit von zwei Personen dauert das Setzen eines Baumsämlings nur noch zehn Sekunden.“

Die hocheffiziente und pragmatische Technik wurde schnell verbreitet. In den vergangenen neun Jahren wurden Bäume auf einer Fläche von über 100.000 Hektar mit der neuen Methode angepflanzt, wobei mehr als 1,5 Milliarden Yuan RMB (190 Millionen Euro) gespart werden konnten.

Derzeit werden die neu entwickelten Technologien zur Wüstenbekämpfung in der Kubuqi-Wüste auch in anderen großen Wüsten im Westen des Landes angewendet. Durch die Foren zur Entwicklung der Kubuqi-Wüste wurden diese Technologien auch der Welt präsentiert. Im vergangenen Jahr wurde das Seidenstraßen-Innovationszentrum für umweltfreundliche Wirtschaft in Wüsten in Kubuqi errichtet, das sich für die Verbreitung der chinesischen Technik zur Wüstenbekämpfung einsetzt.

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